wilder osten - bisons für berlin pankow
rekultivierungskonzept der pankower bahnbrache, schinkelpreis (d)
2004, 2014

im rahmen des schinkelpreises 2004 sind konzepte für die entwicklung einer über 80ha grossen fläche des ehemaligen rangierbahnareals in berlin-pankow zu einer park-ähnlichen, identitätsstiftenden landschaft gefragt, die mit minimalen finanziellen aufwendungen umsetzbar sind.

wir schlagen dazu einen extensivpark vor, der sich selbst erstellt und beständig fortschreibt. die brache hat in berlin konjunktur und flächen stehen auf der suche nach investoren in harter direkter konkurrenz zueinander. der wilde osten wird als freifläche landschaftsarchitektonisch überformt. die erste phase des projektes besteht aus der bereitstellung eines atmosphärischen bildes: bisons werden als attraktor ausgesetzt. sie lösen die eisenbahn im berliner osten ab und vollenden das markante bild der innerstädtischen prärie. die bisons bescheren der freifläche und der unmittelbaren umgebung einen konnotationswechsel: von der brache, der narbe in der stadt, eingeklemmt zwischen ICE-trasse, autobahnende und sbahn hin zu einem interessanten, eindeutigem image, der städtischen prärie.

die bisonherden sind jedoch nicht als radikaler werbezug zu verstehen, sondern verbreiten durch ihre ausgedehnten wanderungen verbunden mit ihrem enormen futterdurchsatz samen und tragen aktiv zur humusbildung und bodenverbesserung auf der gesamten fläche als neuer zeitlicher layer über kontaminierten bahnflächen bei. sie generieren auf ihren streifzügen die grundlage des künftigen parks. durch die wiedereinführung eines landschaftlichen urtypus, der innerstädtischen prärie, wird der städtebau vorinstrumentalisiert. gesucht sind pioniere, die sich von diesem bild einer faszinierenden landschaft begeistern lassen und zum einen erste claims für sich abstecken, zum anderen aber auch das gelände in seiner bekanntheit voranbringen und der fläche so einen unaufholbaren vorteil in der konkurrenz um investition verschaffen. aus dem neu erstellten kontext heraus werden in weiteren phasen städtebauliche bausteine, wie erschliessungssystem, besiedlungsmuster und inbesitznahme der freifläche abgeleitet.

größe: ca. 80 ha
kooperation: h. böttger, jbbug.de, j. drexler, o. wolf
auszeichnung: schinkelpreis der jury 2004
ausstellung: akademie der schönen künste, münchner residenz, 2014
veröffentlichung: jola 3/2015, self-generating park
externe links: bisons der sielmannstiftung, döbritzer heide

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