schwimmen im wienerwald
renovation eines hanggartens mit pool
2006

der wienerwald umspannt die stadt als freizeitlandschaft. in sittendorf, gemeinde wienerwald, prägt ein historisches ensemble aus kirche und pfarrhaus am wehrhügel den traditionellen ortskern. das ehemalige pfarrhaus bewohnt eine sechsköpfige, schwimmbegeisterte familie. bei der neugestaltung ihres gartens war das bedürfnis nach einem neuen schwimmerlebnis treibende kraft. bislang diente eine runde pvc-wanne mit geringer tiefe als kühlendes nass in den warmen sommermonaten.

die gestalterische herausforderung bestand zum einem im angemessenen umgang mit dem ensemble dorfkirche - pfarrhaus und dem, den kirchweg begleitenden garten. identität stiftend sind darüber hinaus die für das badeerlebnis zunächst nachteilig erscheinende nordexposition und die extreme hanglage mit bis zu fünf metern höhenunterschied im kleinen garten. in einer sonnen- und lagestudie wurden zunächst unterschiedliche standorte und deren charakteristika in bezug auf die schwimmqualität in varianten untersucht. die entscheidung der besitzer fiel zugunsten eines langen sportpools, der sich mit seinem exponierten sonnendeck aus dem hang hinaus schiebt. der pool als verlängerter zeiger der kirchturmuhr, ermöglicht ein schwimmen mit wienerwaldblick über das dorf hinweg. die position und integration des schwimmbeckens in die hanglage flankiert den überschaubaren garten, ohne seine nutzfläche wesentlich zu verkleinern. aus dem holzdeck lassen sich rückenlehnen herausklappen, die dem sonnenort eine südwand für die schwimmpausen sowie sichtschutz verleihen. so atmet das bauwerk mit seiner nutzung.

eine poolabdeckung in form eines schiebbaren holzdecks, die das monofunktionale becken und den gartenraum um einen „tanzboden“ als aktionsfläche erweitert hätte, entfiel aus kostengründen. um das badeerlebnis über das jahr hinweg auszudehnen, wurde auf einem bestehenden nebengebäude ein sonnenwarmwasserkollektor montiert. das zehn meter lange sportbecken ermöglicht in kombination mit der gegenstromanlage auch der ältesten tochter des hauses, einer ambitionierten leistungsschwimmerin, gute trainingsmöglichkeiten.

beton als baumaterial lag für die bauleute als geschäftsführer eines niederösterreichischen betonhersteller nahe. die sichtbetonkonstruktion erhielt einen farbpigmentzuschlag, abgestimmt auf die gelbtöne von pfarrhaus und kirche. der beckenbereich ist, von außen nicht erkennbar, mit einer folie identischer farbgebung ausgekleidet, da das wagnis einer wasserundurchlässigen betonkonstruktion aufgrund möglicher setzungsprozesse im bereich des ehemaligen wehrhügels zu groß erschien.im zuge des schwimmbeckenbaus wurden niveausprünge im garten durch ortbetonmauern abgefangen und mehrere gartenplateaus erstellt. begleitend zu den höhensprüngen verlaufen streifen lockerer bepflanzung. eine unaufdringliche zusammenstellung aus gräsern, blütenstauden und zwiebelpflanzen verleiht dem garten volumen und setzt von frühjahr bis spätherbst akzente. eine frei eingehängte betonstiege schafft neue verbindungen. die beckenseitenwand bildet im eingangsbereich eine gewandelte adresse und leitet besuch unter erstaunten blicken den pool entlang den hanggarten zum haus hinauf .

auftraggeber: privat
größe: 330m3

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