(l)ost links
eine grenzerfahrung in der mitte europas
seit 2008

europa ist im umbruch. der eiserne vorhang ist vergangenheit, nationale grenzen verlieren an bedeutung, schengen weitet sich. an der - lange unüberwindbaren -demarkationslinie, die europa in ost und west teilte, bleibt eine irritierende, oft unwirkliche leere zurück.diese unwirklichkeit zwischen ost und west prägte die jüngere geschichte europas. der todesstreifen hat interessen und ausrichtungen voneinander abgewendet und verbindungen gekappt. jetzt soll mitte werden, was lange rand war. (l)ost links untersucht und dokumentiert den aktuellen zustand des einstigen todesstreifens auf subjektive weise. dies ist seit 2008 erstmals möglich, da die schengener außengrenze richtung osten verschoben und bislang weisse flecken der landkarte für grenzforscher zugänglich sind. beobachtungsziele unserer expedition sind soziokulturelle, naturäumliche, landschaftliche und siedlungsspezifische phänomene in nachbarschaft entlang der ehemaligen grenze zwischen österreich und seinen nachbarstaaten.

die grenzerfahrung findet unmittelbar, d.h. in unserem fall mit dem fahrrad statt. die fortbewegungsart ist programm. gekundschaftet wird mit einer auf naturräumliche zugehörigkeiten und siedlungen reduzierten karte; die forschungsfrage ist die frage nach dem weg: nach dem möglichen weiterweg befragte bewohner ergänzen das basiskartenmaterial zu einer kollektiven mental map: erfahrungen, schicksale und geschichten - vergangenes wie zukunftsprojektionen der menschen beidseits des ehemaligen einsernen vorhangs werden in beziehung gesetzt und träger der reisedokumentation. der phänomenologische forschungsfokus kartographiert verborgene links und lotet chancen für neue verbindungen aus. überlagert werden materialien der feldforschung unserer landschaftserfahrung mit regionalspezifischen fakten. so entsteht eine eigenständige lesart der grenzlandschaft, basierend auf der interpretation ihrer bewohner. fundstücke werden geordnet und zu ausstellung und katalog in form einer einer subjektiven grenzschau aufbereitet.

größe: ca. 1.500 km
kooperation: yuji oshima, künstler
auszeichnung: center for the future, slavonice (cz) 2010; das grüne band, oberöstereichisches landesmuseum linz 2008

verwandte projekte:

12akk
  08lostlinks
  08rad