münchner mischung . kreativquartier
arealentwicklung dachauer straße/schwere reiter straße, lothstraße münchen (d)
2012

glücklich in der stadt . das areal zeichnet sich derzeit durch das vorhandensein einer lebendigen zwischennutzung als prägende kunst- und kulturszene aus. hierdurch eignet sich der ort für einen innovativen städtebaulichen ansatz – einen handlungstypus, der den ‚anderen ort‘ ermöglicht und als zukunftslabor für glückliches zusammenleben in der stadt definiert. dieser handlungstypus hat zum ziel, sich selbst auf eine ermöglichung des gelingens zu beschränken: die städtebauliche gestaltung bleibt im wechselspiel zwischen nutzern und programm nicht bis in die letzte konsequenz bestimmbar. dem räumlichem entwurf liegt ein aktionsplan zugrunde, der mikroökonomische handlungsräume der multiplen akteure eröffnet.

erster schritt und grundlegende basis des neuen stadtteils ist eine zentrale allmende. sie entsteht vor der neuen bebauung und stellt das rückgrat der münchner mischung dar. 1030 bäume spiegeln die anzahl der wohn- und sozialeinheiten wider. über die allmende bestimmt das kollektiv, sie wandelt sich mit der zunehmend vollständigen bewohnerstruktur. auch in weiter folge ist sie abbild aktueller gesellschaftlicher entwicklungen, sie bleibt brennpunkt, kontaktfläche und puffer für diskussionen innerhalb des neuen stadtteils.

ausgehend von bestand und kontext wird das planungsgebiet mit einem flexiblen system aus unterschiedlichen baufeldern belegt, die den erhalt bestehender kreativnutzungen ermöglicht und dadurch eine unabhängige realisierung einzelner nachbarschaften ermöglicht. das kreativ aktiviert bereiche, die für wohnnutzungen schwieriger einzusetzen sind. um über fluktuation auch den kreativen nachwuchs aufnehmen zu können, steigen die mieten für die kreativräume als staffelmiete mit den jahren bis sie marktniveau erreicht haben. ein künstler zieht folglich nach ca. 10 jahren aus und macht platz für nachfolger, die wieder zum niedrigen grundwert der miete einsteigen. der mehrwert aus der staffelmiete steht den bewohnern des baufeldes zur verfügung. sie haben ein interesse „ihre“ kreativen zu halten.

auf basis der vorgegebenen baufelder können durch unterschiedliche partizipatorische prozesse auf quartiers- und baufeldniveau im zusammenspiel von gefördertem und freiem wohnungsbau vielfältige bebauungscluster entstehen – mit dem resultat eines kompakten stadtquartiers mit urbaner dichte und großzügigem freiraumangebot mitten in der stadt.

auftraggeber: landeshauptstadt münchen, referat für stadtplanung und bauordnung
größe: ca. 27 ha
leistungsumfang: wettbewerbsbeitrag
kooperation: 711lab, raumspielkunst (stuttgart)
auszeichnung: ankauf