plug-in landscape
(re)shaping austria - Österreichischer Expo-Pavillon, Astana 2017 (KAZ)
2016

plug in landscape. (re)shaping austria . Energie ist Thema. Die BesucherInnen bringen ihre Energie durch ihren Besuch in die Ausstellung ein. Die räumliche Abfolge unterstreicht dabei die Narration der Ausstellung: Den Auftakt bildet das Infogate, wo wartende BesucherInnen erste Basisinformationen  über  ihren eigenen Energie-Input erhalten. Mit Durchqueren des Drehkreuzes im Übergang zum Hauptraum befüllt jeder Gast einen Luftballon mit Helium, der ihn durch den zentralen Ausstellungsraum, eine begehbare Energielandschaft Österreichs, leitet. Die vorgefundene, artifizielle Landschaft erlaubt als Raum gewordenes Balkendiagramm eine eigenständige, spielerische Interpretation durch ihre NutzerInnen. Über die Netzstruktur des raumbildenden Teflon-Textils treten BesucherInnen zueinander und mit der Ausstellungslandschaft in direkte Interaktion.  Points of Interest (POI) erlauben das Einstecken (Plug-In) des Ballon-Steckers in die überlagernden Themenschwerpunkte Wasser, Wind, Erde und Sonne. Spielerisch können so vertiefende Zusammenhänge, Wissen und Chancen bezüglich des österreichischen Energiehaushalts und ihre Auswirkungen auf die Lebensumwelt erfahrbar gemacht werden.

Der Plug-in-Ballon hebt dabei die textile Landschaft von der Kartenebene des Bodenbelags ab. Der gewählte Themenschwerpunkt wird über einen Bodenstrahler hinterleuchtet, in die textile Bespannung eingelassene “Hologramme” setzen thematische Assoziationsketten im Wechselspiel zwischen Klischee und Spezifität frei. Je mehr Ballone in einem Interessensgebiet (POI) verbleiben, desto deutlicher wird die neue topographische Überformung der bestehenden Landschaft dank gebündelter Partikularinteressen. Ballontrauben zeigen thematische Schwerpunkte und betonen kollektive Interessen.  Innerhalb der Ausstellung entsteht so eine gemeinsame, atmosphärisch faszinierende, durchstreifbare Mental Map aller BesucherInnen. Interaktive Wände - textilbespannte Rahmen mit projizierten Multimediadaten zu Wetter, Klima, Energiehaushalt, etc. - liefern länderspezifische Basisinformationen und spiegeln den kollektiven Spielstand der österreichischen Energielandschaft wider. Die BesucherInnen können individuell entscheiden, ob ihr Ballon nach Erkundung der Ausstellungsinhalte in einem Point of Interest verbleibt und als Merkzeichen für nachfolgende BesucherInnen dient, oder als sichtbarer Werbeträger für den österreichischen Ausstellungsbeitrag den Pavillon verlässt. Der Showcase als dritter Ausstellungsbestandteil ermöglicht das Begreifen von Best-Practice Beispielen und Innovationen im Bereich dezentralisierter Energie-Gewinnungen. Thematisch kuratiert kann dieser Ausstellungsbereich eigene Themenschwerpunkte formulieren und zyklisch wechseln. Der Mezzanin ermöglicht über eine temporäre Gerüstkonstruktion den Perspektivenwechsel in die Wolkenebene. Ein Gastronomie-Bereich (VIP), eingehängt zwischen Infogate und Datenlandschaft, bietet ein weiteres Erlebnis mit entsprechendem kulinarischen Angebot. Der Speakers-Corner dient als Veranstaltungsinsel für Präsentationen und Vorträge über dem Showcase.

people are the power . Ziel des Beitrages ist zum einen die Außenpräsentation Österreichs hinsichtlich seiner reichhaltigen natürlichen und technischen Energie-Potentiale und der damit mögliche Übertrag bzw. Export dieser Wertschöpfungskette auf das landschaftlich ähnlich reichhaltige Gastland. Auf der menschlichen Ebene wird darüber hinaus für jede BesucherIn unmittelbar erfahrbar, dass sich eigene Interessen und Verhaltensweisen aktiv auf den Energiehaushalt und letzten Endes auf Landschaften und Umwelten auswirken. Gäste erfahren im Zuge der interaktiven Installation, dass sich gemeinsam über ein gewisses Cloud-Verhalten wesentliche Faktoren unserer Umwelten bestimmen bzw. ändern lassen. Potentiale eines neuen Energiebewusstseins, über die BesucherInnen aus der Distanz der kasachischen Hauptstadt erarbeitet, werden dokumentiert und fortlaufend evaluiert. Luftballone, die nicht in der Landschaft verbleiben, sondern mit ihren BesitzerInnen den Ausstellungsraum verlassen, tragen die Idee der energetischen Vernetzung in das Ausstellungsgelände und die Stadt hinaus.

auftraggeber: Österreichische Wirtschaftskammer
größe: 4.000m2
leistungsumfang: Wettbewerbsbeitrag
kooperation: raumspielkunst (Stuttgart), Blue Minds (Wien), y.Oshima (Wien,Tokio)
auszeichnung: 4.Preis

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