Bürgerboulevard - eine F(l)usszeile für Luzern
Neugestaltung Bahnhofstrasse und Theaterplatz Luzern
2016

Die Bahnhofstrasse wird zu einer Stadtpromenade in Form eines Bürgerboulevards ausgebaut. Dabei stehen die Freiraumbedürfnisse der Luzernerinnen und Luzerner im Mittelpunkt des gestalterischen Ansatzes. Der Boulevard spannt sich von der in ihrer Lage unveränderten Wasserkante bis zu den Fassaden als homogener, durchgängig aneigenbarer Stadtraum auf. Als Fußzeile an der Reuss ergänzt die Bahnhofspromenade das touristische Bild Luzerns. 

Zonierung . Der neue Bürgerboulevard wird aus den Bewegungsabläufen sowie den Aufenthaltspotentialen der PassantInnen und BesucherInnen generiert. Die großzügige Bahnhofspromenade mit linear vorgelagerten Sitztreppen am Wasser bietet einen Stadtraum mit hoher Aufenthaltsqualität als unverwechselbares Identifikationsmerkmal für BewohnerInnen und BesucherInnen an. Das Entrée im Osten bildet der Vorplatz an der Hauptpost mit einem Stadtvorleger als Intarsie. Der Theaterplatz im Westen wird als Auftakt zur Bahnhofsstrasse reaktiviert und mit dem Rang an der Reuss atmosphärisch und städtebaulich aufgewertet. Mit seiner nutzungsoffenen Gestaltung reagiert er flexibel auf zukünftige Nutzungen und lässt Veranstaltungen wie Wochen- und Monatsmarkt, Start-und Ziel für Sportveranstaltungen sowie Feste und Fastnächte zu. Die benötigte Infrastruktur ist im Belag über Bodenhülsen vorgerüstet. Im Alltag bereichert die offene Platzfläche ein mit PassantInnen interagierendes Wasserspiel. Zwischen Theaterplatz und Hauptpost spannt sich der Bürgerboulevard mit hoher Aufenthaltsqualität auf. Entlang dieser Reusspromenade wechseln sich Bereiche unterschiedlicher Nutzungintensitäten (Turmblick, Wasserkante, Sitzstufen, etc.) ab und bilden einen Gradienten zwischen Öffentlichkeit und Privatheit aus. Mit diesen besonderen Angeboten bekommt die Bahnhofpromenade eine Rückgrat- und Verteilerfunktion.

Buvette mit Freibereich . Die neue Buvette zur Belebung der Bahnhofspromenade wird von der Station kommend als Auftakt im Uferbereich der Promenade integriert. Freisitzbereiche mit Orientierung zur Reuss ergänzen den Aufenthalt an der Flusspromenade um ein kleines gastronomisches Angebot. Strassenseitig wird eine Theke mit Selbstbedienung platziert. Lager, Entsorgung sowie der WC-Raum werden separiert und sind öffentlich betreibbar. Die Fassadenmaterialität entwickelt sich aus der Oberfläche der Promenade. Ein Flugdach überspannt die Fuge mit Reussblick und integriert die Bestandsbäume.

Oberflächen und Ausstattungselemente . Die Bahnhofspromenade ist mit einer durchgefärbten Asphaltmastix als robustem Bodenbelag ausgestattet. Eingewalzte Fusskiesel aus der Reuss glitzern im veredelten Bodenbelag und sorgen für ein hohes Maß an lokaler Spezifität. Die Stufenanlagen und Aufenthaltsbereiche am Wasser sind ebenso wie die Bänder der Bewegungslinien sowie die Partizipationsinseln mit vorfabrizierten Betonfertigteilen auf Weisszementbasis ausgeführt. Die neue Bahnhofspromenade ist mittels Teilhabe-Inseln vormöbliert. Diese schollenartigen Erhebungen definieren die räumlichen Zugehörigkeiten und sollen über fortgeführte Teilhabe-Projekte in Workshops spezifisch für unterschiedliche Aufenthaltsqualitäten, Spiel- und Serviceangebote ausformuliert werden. So sind baumüberstandene Rasenkissen ebenso wie hölzerne Liegedecks oder funkionale Velo-Abstellplätze in diese Stadtmöblierung integrierbar.

größe: 1,0 ha
leistungsumfang: Wettbewerbsbeitrag
kooperation: link verkehrsplanung

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